Stellungnahme zur Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar

Obwohl wir uns normalerweise zu Themen rund um die FIFA und die deutsche Nationalmannschaft nicht äußern, sehen wir es nun als notwendig an die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar in dieser Form zu thematisieren.

Bereits die Vergabe der Weltmeisterschaft brachte Katar, im Jahr 2010, heftige Kritik ein und wurde von Korruptionsvorwürfen überschattet. Die Vertreter des Exekutiv-Kommitees aus Tahiti und Nigeria boten nachweislich ihre Stimmen für die WM-Vergabe zum Kauf an.

Darüber hinaus erlauben die klimatischen Bedingungen in einer Wüste mit Höchsttemperaturen im Sommer von bis zu 50°C eigentlich keinen Spiel- und Sportbetrieb im vorgesehenen Turnierzeitraum zwischen Juni und Juli 2022. Deswegen entschied sich die FIFA 2015 dafür die Weltmeisterschaft in den Dezember zu verlegen.

Neben diesen fragwürdigen Entscheidungen rund um die Vergabe und die Ausrichtung des Turniers mussten in dem kleinen Land Katar binnen zehn Jahren acht WM-taugliche Spielstätten entstehen. Da der dortige Arbeitsmarkt keine ausreichende Menge an Arbeitskräften zur Verfügung stellt, wurden Gastarbeiter aus anderen asiatischen Ländern angeheuert. Diese mussten die Bauarbeiten unter teils menschenverachtenden Bedingungen und in Zwangsarbeit verrichten. Neben geringen Löhnen und mangelnder Arbeitssicherheit müssen sich die Arbeiter pausenlos bei tropischer Hitze abmühen. Nach Recherchen des Guardians starben seit der Vergabe der Weltmeisterschaft im Jahr 2010 mindestens 6.571 Arbeitsmigranten aus Indien, Bangladesch, Nepal, Pakistan und Sri Lanka auf den Stadionbaustellen in Katar. Diese Anzahl wird von der katarischen Regierung auch nicht geleugnet.

In unseren Augen ist der Umgang mit den Gastarbeitern nicht zu tollerieren. Wir fordern deswegen den DFB auf, sich von einer Teilnahme an der WM 2022 zu distanzieren, um so ein Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung zu setzen und ein breiteres Problembewusstsein zu schaffen.

Wir wissen sehr wohl, dass sich diese Forderung nicht so einfach umsetzen lässt. Auf jeden Fall sollte sich jeder Fußballfan bewusst sein unter welchen Voraussetzungen diese WM ausgetragen wird und zu welchem Preis. Deswegen rufen wir alle Fußballfans dazu auf die Fußballweltmeisterschaft 2022 zu boykottieren und die einzelnen WM-Spiele nicht im Fernsehen oder gar live vor Ort zu verfolgen.

 

B-Block Brigade im März 2021

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