Das Aus im Europapokal

Zum vorerst letzten Auswärtsspiel unserer TSG im Europapokal ging es nach Portugal gegen Sporting Braga. Schnell war klar, dass sich nicht viele dieses Spiel entgehen lassen wollten und so war dann auch fast unsere ganze Gruppe dort. Nur wenige fehlten leider krankheitsbedingt oder bekamen keinen Urlaub mehr.

Anreise

Unser Flug startete am frühen Mittwochmorgen ab Basel, sodass man sich am Abend vorher auf halber Strecke traf und sich mit einigen Bier auf die anstehende Reise vorbereitete. Trotzdem schaffte man es pünktlich und ohne Schwierigkeiten am Flughafen zu sein. Der Flug verging zügig und nur der, wegen des in Porto herrschenden Windes, wackelige Landeanflug schaffte es Schweißperlen auf die Stirn der Sektion Flugangst zu treiben. Am Flughafen wurden wir von einem BBBler, der schon einen Tag früher angereist war und die Kneipen Portos unsicher gemacht hatte, standesgemäß mit einigen Bieren empfangen.

Danach wurden die Mietwagen abgeholt und wir fuhren mit einem kurzen Abstecher an die Küste weiter Richtung Braga, wo wir uns ein Apartment angemietet hatten, während der Rest der Szene hauptsächlich in Porto nächtigte.

Der erste Tag

Das Apartment stellte sich als wahre Fundgrube heraus, da es vollständig eingerichtet war und mit vollständig meine ich wirklich alles, das man für den täglichen Gebrauch benötigt war vorhanden: von Klamotten in den Schränken über dreckige Socken in den Schubladen bis hin zu String-Tangas mit Weihnachtsmotiv im Nachttisch oder ein Plüschpenis im Wandschrank; am Wichtigsten aber natürlich das kühle Bier im Kühlschrank, um das wir uns selbstverständlich sofort kümmerten. Daraufhin wurde erstmal die Stadt erkundet, um den Sightseeing-Haken zu setzen, bevor man in eine gemütliche Kneipe einkehrte, in der wir während der drei Tage noch einige Zeit verbringen sollten.

Nicht nur aufgrund der sehr angenehmen Bierpreise, sondern auch aufgrund des guten Geschmacks, floss dann schon das ein oder andere Superbock, ein gut trinkbares portugiesisches Bier. Nachdem man zwischenzeitlich kurz ins Apartment zurückgekehrt war und dort der Versuch sich mit einem selbst gemischten Sangria in eine gute Ausgangslage zu bringen aufgrund eines bösen Gepansches kolossal scheiterte, ging es wieder zurück in die Stadt und schließlich ins Uni-Viertel. Dort wurden wir natürlich schnell als Hoffenheimer erkannt und in interessante und lustige Gespräche verwickelt und natürlich auch mit Alkohol und guten Dingen zu Rauchen umsorgt. Auch einige Mitglieder der Ultraszene von Braga wurden auf uns aufmerksam und beobachteten uns auffällig unauffällig, Wie sich herausstellte waren sie auf der Such nach denjenigen, die sie beim Hinspiel wohl etwas durch Sinsheim gescheucht hatten. Nachdem das geklärt war lies man den Abend noch ordentlich ausklingen.

Spieltag

Am nächsten Morgen machte sich ein Teil der Gruppe zur berühmten Kirche Bragas auf um auch wirklich richtig etwas von der Stadt gesehen zu haben, während der Rest an der Tinder-Front arbeitete um für den Freitag eine Stadtführung in Porto klar zu machen. Leider scheiterten unsere Bemühungen trotz bester Aufgabenteilung kläglich #dankeedeka #teasausageboy.

Gegen Mittag wurde unsere altbekannte Kneipe zum Treffpunkt für alle BBBler und so stimmte man sich bei Runde um Runde Bier und Amendo Amarga (oder so, gerne auch Amando Maracuja oder Hakuna Matata oder jede sonstige mögliche Kombination der Buchstaben genannt), einem portugiesischen Mandellikör, auf das Spiel am Abend ein.

Später ging es zum von 11hoch3 ausgerufenen Treffpunkt am zentralen Platz der Stadt, wo sich schon die ersten TSG-Fans eingefunden hatten. Von dort aus ging es zu Fuß durch die Stadt zum Stadion. An dem Marsch beteiligten sich etwa 500 Fans der TSG; insgesamt waren etwa 800 Leute im Gästeblock, darunter wieder einmal einige Homburger- Danke für die Unterstützung. Während des Marsches spürte man deutlich die Motivation unseres Haufens. Immerhin wir glaubten trotz der zum Teil miesen Auftritte unserer Mannschaft noch an ein Weiterkommen.

Der Anfang vom Ende

Das Stadion von Braga mit einem Fassungsvermögen von ca. 31.000 Zuschauern, das bei unserem Spiel nur zu einem Drittel voll war, kennen viele ja aufgrund der Felswand auf einer der Hintertorseiten schon. Wenn man dann aber erst einmal davor bzw. im Gästeblock im Oberrang steht ist es noch wesentlich beeindruckender: die Ränge sind ziemlich steil und der Blick auf die Felswand links und auf die Stadt rechts ist wirklich etwas einzigartiges. Wir positionierten uns im rechten Teil des Blocks und nachdem unsere Auswärtszaunfahne und die Sektion Flugangst-Zaunfahne es beim Istanbul-Spiel nicht in den Block geschafft hatten, hing dieses Mal ein Doppelhalter, der es ohne Komplikationen ins Stadion geschafft hatte.

Zu Spielbeginn gab es eine gelungene Choreo der Young Boyz unter dem Motto „Come on Boyz“. Der Support war vor allem in der ersten Halbzeit trotz des Spielverlaufs und der Tatsache, dass sowohl Trommel als auch Megafon verboten waren, richtig stark.

Der Versuch aus einem herausgerissenen Sitz eine Trommel zu improvisieren scheiteterte leider; war aber ein guter und witziger Versuch. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es von CH noch eine starke Aktion, mit der einem erkrankten Mitglied der Szene Kraft zugesprochen werden sollte. Daher auch nochmal an dieser Stelle: Kämpfen Linda! Zum Spiel bleibt wie so oft in dieser Europapokalsaison nichts zu sagen, außer: wenn es die Taktik war den Gegner mit völlig missratenen kurzen Ecken zu verwirren, ist das wohl in die Hose gegangen. Selten sowas erbärmliches gesehen, da kann ich ja betrunken, im Handstand und mit verbundenen Augen bessere Ecken schlagen. Nach dem Spiel ging es für uns dann zurück in die Stadt, während der Rest der Szene wieder mit dem zug zurück nach Porto fuhr. Bei ein paar Bier diskutierten wir noch über das Spiel und vor allem über die seltsame Eckball-Taktik.

Der Tag nach dem Aus

Am nächsten Tag stand für uns noch Sightseeing in Porto an. Die Stadt lohnt sich definitiv ebenso wie Braga. Beim Abendessen stellten wir dann noch fest, das die Portugiesen wohl alles mit Käse überbacken, selbst Hotdogs, was ganz klar Bonuspunkte gibt. Zurück in Braga wurden die letzten Vorräte geplündert und die letzten Superbock geleert, was ein gelungener Abschluss einer wieder einmal, bis auf das Sportliche, überragenden Europapokal-Tour war. Samstag morgens hieß es dann das letzte Mal Stress für die Sektion Flugangst, aber auch das wurde dann schon mit einer gewissen Routine erfolgreich überstanden.

So und nun noch zu einer unrühmlichen Geschichte am Ende, die auch ein gewisses Reputationsrisiko mit sich trägt:


AKTENZEICHEN AA ungelöst

In der Nacht von Mittwoch, den 22.11.2017 auf Donnerstag, den 23.11.2017 -Tatzeitpunkt zwischen 4:00 Uhr und 7:00 Uhr- ereignete sich folgender Vorfall: Im Bidet des Apartments wurde ein herrenloser Scheißhaufen aufgefunden. Bei sofortige Befragungen des nur wenige Personen umfassenden Kreis an möglichen Tätern konnte kein dringend Tatverdächtiger ermittelt werden, da alle glaubwürdig versicherten unschuldig zu sein, sodass es ein Rätsel bleibt, wer seine Verdauungsproduktentsorgung nicht im Griff hatte oder wem einfach nur die korrekte Verwendung eines Bidets entfallen war. Sachdienliche Hinweise zu diesem Vorfall bitte an die Polizeidienststelle Sinsheim. Meine Theorie hierzu ist, dass es in Portugal böse Hausgeister gibt, die einem fröhlich frei ins Bidet wursten. Ein Fall für Galileo Mystery.

Um nun wieder ernst zu werden möchte ich mich am Ende dieses Berichts bei allen BBBlern bedanken, die dabei waren und die Auswärtsspiele unserer ersten Europapokalsaison zu unvergesslichen Erlebnissen gemacht haben, insbesondere dem Rest der Sektion Flugangst. Ein Dank geht auch an die Jungs und Mädels Fanprojekt, die während der Reisen oft mit uns unterwegs waren und uns ertragen haben und mit denen wir viel Spaß hatten.

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